Liveartikel mit vermutlich Updates – mal begonnen um nicht wieder Dinge zu vergessen für etwaige Diskussionen.

Was ist gut?

  • Die Idee. Selbstredend. Niemand will alleine von den Googles und Microsofts dieser Welt abhängig sein.
  • Die Auswahl der Komponenten.
  • Die technische Umsetzung von Rollout und Update.
  • Das „Company in a box“ Feeling. Und das mit wenigen Schritten live (wenn man mal weiß wie 😀 ).
  • Viel Standardinfrastruktur die viele vielleicht schon live haben (Kubernetes, Redis, Postgres, etc.).

Was ist weniger gut? (unsortiert)

  • Verzahnung
    • Wie bei den guten Sachen geschrieben sind ein paar Applikationen miteinander verbunden aber bei weitem nicht in allen Situationen die mir auf Anhieb eingefallen wären.
    • Warum Nextcloud nur für Dateien eingefügt worden ist erschließt sich mir nicht auf Anhieb wenn Open-XChange auch ähnliche Features hat (ohne die jemals gesehen zu haben – kann auch mit den eingebauten Offices der zwei Produkte zu tun haben).
    • Generell frage ich mich wieso Nextcloud UND Open-Xchange weil OX ja auch ein Drive hat aber wird schon seinen Grund haben. Dann aber auch bitte mehr von Nextcloud.
  • 2FA
    • nur mit App was gut aber zuwenig ist, WebAuthn notwendig
    • immer enforced, man hat sich an conditional Access gewöhnt und ist nicht bereit im corporate LAN 2FA zu machen
  • Identity Management (Nubus von Univention)
    • nur das absolute Minimum vorhanden
    • ohne Zusätze nicht Enterprisetauglich (Plugins für vorhandenes Identity Management, Tools für 1st/2nd Level Support, Polices (für alle Produkte im Verbund) etc.)
    • So Kleinigkeiten wie dass ein OpenProject Admin nur wirksam wird wenn man ihn setzt bevor man OpenProject das erste mal benutzt mit dem betroffenen User werden hoffentlich gefixed und sind kein inheräntes Problem – zeigen aber den Sand im Getriebe.
    • wieder von einer Firma abhängig
  • Enterprise Edition
    • wieder proprietäre Extensions drinnen – nicht wie hier beschrieben die gleichen Inhalte, Unterschiede hier
      • OpenProject in der Community Edition sinnlos (ohne den Corporate Plan der EE)
      • OX/Dovecot Pro kann ich (noch) nicht bewerten
    • Community Edition kaum produktiv betreibbar (fairerweise wird, wenn auch inkonsistent, darauf hingewiesen)
    • Wieder License Keys. Wir wissen alle dass Lizenzen die dritte Geißel der EDV sind (Drucker und Zertifikate sind die anderen zwei falls sich jemand gefragt hat).
  • Setup
    • Einige Fußangeln was Versionen angeht, siehe meine Erfahrungen.
    • Die Releasegeschwindigkeit der Tools ist höher als die des Projekts – verständlich aber sollte irgendwann wieder annähernd gleichauf liegen.
  • Betrieb
    • Aktuell viele Updates – die alle Potenzial haben Dinge zu brechen. Wird sich naturgemäß ändern aber genauso gefährlich wie die monatlichen Updates bei M365 beispielsweise. Aber das Tempo muss man gehen und die auftretenden Disasterfälle behandeln können.
    • Für Produktion wird davon ausgegangen dass man viele Komponenten quasi im Bauchladen enterprisetauglich schon zur Verfügung hat (Redis, Postgres, S3, etc.) – völlig valider Ansatz aber muss einem klar sein – wenn mans selber machen will.
    • Dadurch dass viele Produkte zusammengewürfelt wurden bzw. vorausgesetzt werden muss man auch für alle Produkte Spezialisten haben die sich zu Themen des Betriebs (Verwaltung, Monitoring, Support, Backup/Restore, etc.) Gedanken machen – wenn mans selber machen will.
  • Kosten
    • Ich finde keine Kosten pro User/Monat für Enterprise Edition sowohl on prem als auch als SaaS. Wenn ich mir anschaue was alleine OpenProject so nimmt für seine Enterprise Features schwant mir nix Gutes. Und Univention will verständlicherweise für Nubus vermutlich auch Geld sehen.
  • SaaS
    • Schon valide weil wer hat schon die notwendige Expertise und Hardware vorrätig – aber gemäß Ausschreibungsgewinner liefert man sich dann halt der Schwarz IT als Betreiber und wer weiß wem als Ansprechpartner aus (für DE). Aber einen Gott muss man halt anbeten vermutlich (wenn mans nicht selbst machen kann oder will).
  • Theming
    • Schon weit fortgeschritten aber an der einen oder anderen Stelle zwickts noch. Vielleicht in der Enterprise Edition besser.

Zusammenfassung

Äußerst cooler Ansatz mit funktionierendem ersten Wurf samt jeder Menge Raum für Verbesserungen aber mit doch hohem Basisaufwand für Selbstbetreiber bzw. halt SaaS-Selbstauslieferung, dann halt immerhin in europäisch.